Wo ist denn mein Ansprechpartner in Ihrem Unternehmen? Die Frage ist so konkret wie einfach und wird gern von Anrufern gestellt. Wer sie beantworten will, kommt schnell ins Straucheln. Einerseits ist der genaue Aufenthaltsort oft nicht bekannt, andererseits wird häufig eine imaginäre „Besprechung“ vorgeschoben, weil man die Anrufer nicht transparent über interne Gegebenheiten aufklären möchte.

Die Liste an kleinen Notlügen ist lang und variantenreich, sobald ein Anrufer bei Nichterreichbarkeit seines Ansprechpartners mal zart danach fragt, wo dieser wohl steckt. Manchmal weiß man es und will es nicht sagen, meistens ist man jedoch ahnungslos. Gerade Mitarbeiter in Telefonzentralen leiden unter dieser Frage und bauen über Jahre der Berufserfahrung ein stattliches Repertoire an unverfänglichen Antworten auf.

Aber auch in Praxen, Kanzleien und Sekretariaten, wo ein Chef vor Anrufen zum falschen Zeitpunkt beschützt werden soll, wird die Frage nach dem momentanen Aufenthaltsort des gewünschten Gesprächspartners oft und gern gestellt. Hier ist es in der Regel, gerade aufgrund der anzunehmenden Nähe des Vorzimmers, noch ungleich schwieriger, auf Unwissenheit zu plädieren.

Ein oft gehörter und auch sehr leicht gesagter Satz lautet: „Versuchen Sie es doch in zirka zehn Minuten noch einmal“. Auf die Frage, woher die Vermutung stammt, dass die Erreichbarkeit in zehn Minuten eine signifikant bessere sein sollte, wissen die meisten keine Antwort. Der Ansprechpartner könnte mit einiger Wahrscheinlichkeit immer noch oder schon wieder telefonieren oder zwischenzeitlich das Büro für unbestimmte Zeit verlassen haben.

Egal, was man sich also an Ausreden aus dem Finger saugt, es kann einen empfindlich auf die Füße fallen oder zumindest nicht sicher aus der unangenehmen Defensive des Telefongepräches helfen.

Das Wiedererlernen der ehrlichen Antwort „Ich weiß leider nicht, wo Herr Fischer sich im Moment befindet.“ erfordert etwas Mut und ist zusammen mit der Empfehlung der Rückruf-Option ein Gegenstand meiner Telefonschulung.